„500 Jahre Reformation in Bad Homburg“ – dies Jubiläum begeht die Bad Homburger Kirchengemeinde im Jahr 2026 unter anderem am Sonntag, dem 6. September 2026, um 10.45 Uhr mit einem Gottesdienst „wie zu Luthers Zeiten“ in der evangelischen Kirche Zur Himmelspforte in Ober-Eschbach in der Ober-Eschbacher Straße 76.
Wie wurde zu Lebzeiten des Reformators Martin Luther (1483-1546) in Bad Homburg Gottesdienst gefeiert, nachdem Landgraf Philipp I. von Hessen hier in den Jahren 1526 bis 1528 die Reformation eingeführt hatte? Dazu gibt es keine Aufzeichnungen und keine Überlieferung. Unser Versuch einer Rekonstruktion eines solchen Gottesdienstes richtet sich daher vor allem nach Martin Luthers Schrift „Deutsche Messe und Ordnung Gottesdiensts“ von 1526, in der er sich übrigens auch für die Beibehaltung der lateinischen Sprache im evangelischen Gottesdienst ausgesprochen hat – sofern es vor Ort eine Lateinschule gab.
Dieser Gottesdienst „wie zu Luthers Zeiten“ wird ganz anders sein als die Gottesdienste, die man heute aus unseren evangelischen Kirchen kennt. Denn die Liturgie wird fast ausnahmslos gesungen werden; das gilt für die Gebete ebenso wie für die „Lesung“ von Epistel und das Evangelium, für die Einsetzungsworte zum Abendmahl und für den abschließenden Segen. Dadurch wird die Predigt mit ihrem gesprochenen Wort auf ganz besondere Weise in den Mittelpunkt des Gottesdienstes rücken. Außerdem wird der Gottesdienst der lateinischen Messordnung folgen. Das Ensemble „Zweihochdrei“ wird daher im Gottesdienst die lateinische „Missa da pacem“ von Josquin Desprez (um 1450 / 1455 – 1521), einem Lieblingskomponisten Martin Luthers, erklingen lassen. Und die Orgel, die Jona Rübner spielen wird, wird den Gemeindegesang – anders als wir es heute kennen – nicht begleiten, sondern nur Anfangstöne dafür liefern; der Gemeindegesang wird nur vom Chor unterstützt werden.
Damit verspricht dieser Gottesdienst „wie zu Luthers Zeiten“ ein ganz besonderes gottesdienstliches Erlebnis zu werden. Dazu zu laden wir sehr herzlich ein.