„Ehrfurcht vor dem Leben“ – Albert Schweitzer Gottesdienst in der Kreuzkirche

veröffentlicht 16.10.2026, Evangelisches Dekanat Hochtaunus

Ein Gottesdienst, in dem Albert Schweitzer durch seine Predigten, Schriften und Impulse selbst zu Wort kommt. Ergänzt wird um eine Ausstellung im Foyer und einen Kinoabend am 20. November 2026 ab 19.00 Uhr.

Die Evangelische Kreuzkirchengemeinde Oberursel-Bommersheim lädt am Sonntag, 1. November, um 10:30 Uhr zu einem besonderen Gottesdienst über Albert Schweitzer ein. Unter dem Leitgedanken „Ehrfurcht vor dem Leben“ geht es um den Theologen, Arzt, Musiker und Friedensnobelpreisträger – vor allem aber um die Frage, was seine Gedanken für unsere Gegenwart austragen.

Albert Schweitzer soll dabei nicht nur Gegenstand des Gottesdienstes sein, sondern immer wieder selbst zu Wort kommen. Texte aus seinen Predigten, Schriften und späten Stellungnahmen werden in die Liturgie aufgenommen und mit biblischen Gedanken verbunden. Ein Leitmotiv bildet dabei der Satz aus dem Römerbrief: „Soviel an euch liegt, habt mit allen Menschen Frieden.“ Schweitzer verband ihn mit seinem leidenschaftlichen Einsatz für Frieden, Menschlichkeit und die „Ehrfurcht vor allem Leben“. 

Gestaltet wird der Gottesdienst von Dr. Gottfried Schüz, dem Vorsitzenden der Deutschen Albert-Schweitzer-Gesellschaft, zusammen mit Pfarrer Ingo Schütz. Die beiden werden in das Leben und Denken Schweitzers einführen, aus der Überzeugung heraus, dass sich in seinem konsequent an Christus orientierten Leben etwas von der Botschaft des Evangeliums widerspiegelt. 

Im Mittelpunkt steht Schweitzers berühmter Gedanke: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ Aus diesem Satz entwickelt Schweitzer eine Ethik, die den Wert des Lebens nicht danach bemisst, wie nützlich, nah oder fremd es dem Menschen erscheint. Ebenso aktuell wirken seine Gedanken über Frieden, Verantwortung und die Kraft von Güte und Friedfertigkeit. In einer Welt voller Konflikte hielt Schweitzer daran fest, dass nicht Gewalt, sondern Wahrheit, Liebe und Güte die nachhaltig stärkeren Kräfte seien.

Der Gottesdienst nimmt dabei auch unbequeme Seiten seines Denkens auf. Schon 1923 kritisierte Schweitzer eine Gesellschaft, in der Menschen durch Überbeschäftigung, Zerstreuung und ständige Beanspruchung Gefahr laufen, „nur noch als Arbeitende und nicht mehr als Menschen“ zu leben – Beobachtungen, die erstaunlich gegenwärtig wirken. Gleichzeitig blieb Schweitzer kein Pessimist. Er rief dazu auf, nüchtern auf die Wirklichkeit zu schauen und dennoch an einer guten Zukunft zu arbeiten. 

Vor und nach dem Gottesdienst gibt es zudem die Gelegenheit, sich im Foyer der Kreuzkirche in einer Ausstellung über Albert Schweitzers Leben und Denken zu informieren. Die Roll-Ups der Deutschen Albert-Schweitzer-Gesellschaft bieten einen guten Einblick in eine spannende Biografie.

Bereits um 9:30 Uhr lädt die Gemeinde zu einem Familienfrühstück in der Kreuzkirche ein. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich; Interessierte können einfach dazukommen und mitfrühstücken. 

Wer Albert Schweitzer schließlich noch einmal auf andere Weise begegnen möchte, ist außerdem am Freitag, 20. November, um 19:30 Uhr zum „Kino in der Kreuzkirche“ eingeladen. Gezeigt wird ein vielfach prämierter Film über Albert Schweitzer. Für frisches Popcorn, Snacks und Getränke ist dann wie immer gesorgt, der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.