„Der Geist ist frei!“ - Chor und Symphonieorchester-Konzert in der ErlöserkircheBad Homburg am 6. September

veröffentlicht 20.08.2026, Evangelisches Dekanat Hochtaunus

Am Sonntag, dem 6. September beginnt um 17.00 Uhr ein großes Symphoniekonzert in der Erlöserkirche Bad Homburg. Die Kammerphilharmonie Mannheim führt Felix Mendelssohn Bartholdys berühmte „Reformationssinfonie“ auf. Anschließend begleitet das Orchester den Bachchor Bad Homburg: Es erklingt eine festliche Kantate des „thüringischen Beethoven“, Traugott Maximilian Eberwein (1775–1831). Vokalsolisten sind der Tenor Erik Grevenbrock-Reinhardt und der Bariton Jan Schümmer, die musikalische Leitung hat Susanne Rohn.

Gerade mal 21 Jahre alt war Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847), als er zum 300. Jubiläum der Confessio Augustana im Jahr 1830 seine „Reformationssinfonie“ komponierte. Voll von frischen Ideen und jugendlichem Schwung begeistert sie heute ihre Zuhörer – Mendelssohn selbst jedoch lehnte sein Werk ab, und so wurde es erst mehr als zwanzig Jahre nach seinem Tod herausgegeben. Im 4. Satz verarbeitet der Komponist Martin Luthers Choral „Ein‘ feste Burg ist unser Gott“ – die kunstvolle, fröhlich-triumphale Musik passt besonders gut zum Jubiläumsjahr „500 Jahre Evangelisch in Homburg“. 

Auch das Werk von Traugott Maximilian Eberwein nimmt Bezug auf die Reformation: Seine „Cantate zum Reformationsfeste“ mündet in eine Bearbeitung über den Choral „Wir glauben all an einen Gott“. Mit rund 250 Kompositionen – von Opern und Sinfonien, Konzerten über Lieder und Kammermusik bis zu geistlichen Werken – hinterließ Eberwein ein vielseitiges Œuvre. Er komponierte im Stil seines Zeitgenossen und Idols Beethoven und machte am Hof von Rudolstadt, wo er als „Hofkapelldirektor“ wirkte, dessen Musik bekannt. Begonnen hatte die Karriere von Traugott Maximilian Eberwein in Homburg: Dort hatte er 1792 seinen Onkel Johann Christian Eberwein besucht, der „Concertmeister“ bei der Homburger Hofkapelle war. Fürst Ludwig Friedrich II. von Schwarzburg-Rudolstadt war so auf den jungen, überaus begabten Geiger Traugott Maximilian Eberwein aufmerksam geworden und verpflichtete ihn an seinen Hof.

Eberweins „Cantate zum Reformationsfeste“ ist auch ein musikalisches Zeugnis der Aufklärung: Sie preist die Freiheit des Glaubens und der Gedanken. „Der Geist ist frei! / Des Glaubens Bande sind gebrochen, / der Zwang der Willkür ist gerochen…“ Er ruft zu Frieden und Einigkeit auf: „Wir wollen uns nicht wild entzwein, / ein Gott des Friedens ist der Herr, / wer hadert, kann ihn nicht erfreun, / nur die sich lieben, liebet Er.“ Im Konzert wird es eine kurze Einführung in die Kantate durch den Gründer der Eberwein-Gesellschaft, den Musikwissenschaftler Dr. Peter Larsen, geben.

Eintrittskarten zum Preis von € 40.- (35.-), 30.- (25.-), 20.- (15.-) oder 12.- (8.-) sind an der Abendkasse, im Online-Vorverkauf auf www.erloeserkirche-badhomburg.de (Rubrik Kirchenmusik > Konzerte > Kartenbestellung) sowie bei Tourist Info+Service Bad Homburg (Tel. 06172/1783-710) erhältlich.