Das Leben feiern – die Arbeit im ambulanten Hospizdienst

veröffentlicht 13.02.2026, Evangelisches Dekanat Hochtaunus

Der Tod ist ein Teil des Lebens – das wissen wir, seit wir denken können. Doch wenn dann durch eine schwere Krankheit das Ende des Lebens immer näher rückt, ist das oftmals für die Betroffenen und ihre Zugehörigen eine große Belastung. Hospizdienste beraten und begleiten.

Der Tod ist ein Teil des Lebens – das wissen wir, seit wir denken können. Doch wenn dann durch eine schwere Krankheit das Ende des Lebens immer näher rückt, ist das oftmals für die Betroffenen und ihre Zugehörigen eine große Belastung. 

Im Hochtaunuskreis gibt es fünf ambulante Hospizdienste, die schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Zugehörigen in ihrem Zuhause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus beraten und begleiten. Neben den hauptamtlichen Pflegekräften sind dabei die vielen ehrenamtlichen Hospizbegleiter:innen unverzichtbar. Sie begleiten den Patienten auf seinem letzten Weg, haben Zeit für Gespräche, einen Spaziergang oder einfach nur, die Hand zu halten. Für die pflegenden Angehörigen bedeutet das eine große Entlastung. 

Im folgenden Bericht schreibt Dr. Gertrud Loh über Ihre Erfahrungen als ehrenamtliche Hospizbegleiterin im ambulanten Hospizdienst Friedrichsdorf und gibt so einen Einblick in diese wichtige Arbeit: 

„Seit 15 Jahren gehöre ich zum Friedrichsdorfer Hospizdienst, im Vorstand und als  Hospizbegleiterin und berichte heute von meinen Erlebnissen vom Feiern des Lebens aus dem „trotzdem“. Patienten und ihre Angehörigen sind in verschiedenen Phasen einer lebensbedrohlichen Krankheit öfter mit der komplexen Situation überfordert. Und Wir bemühen uns dann, die Hektik -  oder die Lähmung - überwinden zu helfen, einfach da zu sein  und vielleicht den Blick auf für sie Wesentliches zu lenken.

Denn: in dieser Zeit kann noch vieles möglich sein, vom Patienten und für den Patienten: 

  • ein Dank an Familie und Freunde,
  • ein Abschied, der nicht verstört und ratlos zurücklässt
  • vielleicht auch Vergebung und Heilung von Verletzungen oder der Neubeginn einer Beziehung
  • und – kleine, manchmal auch größere Feiern rund um das Krankenbett aus verschiedenen Anlässen. 

Immer wieder habe ich erlebt, dass im stationären Hospiz, im Pflegeheim oder zu Hause „letzte Wünsche“ erfüllt werden, die Glück und Freude auslösen. Es gibt immer wieder Menschen oder Organisationen, die sich solcher Wünsche annehmen. Aber auch privat werden besondere Tage oft noch mit Familie und Freunden begangen. 

Eine letzte Reise ans Meer ist vielleicht die Ausnahme – aber ein runder Geburtstag, der die Familie versammelt, ein Ehejubiläum, das nachgeholt wird, können ein Anlass für eine Feier in der letzten Lebensphase sein. Der Tag des Kennenlernens oder der Versöhnung spielt auch oft eine Rolle, sogar Weihnachten gab es schon mitten im Sommer für ein Kind, das den Dezember nicht mehr erlebt hätte.

Das Leben feiern – heißt auch: nicht stehen zu bleiben bei den dunklen Tagen, die es immer gibt, sondern mutig und dankbar die Dinge zu begrüßen und zu genießen, die (noch) möglich sind!"

Wer sich über die Arbeit der ambulanten Hospizdienste informieren oder deren Hilfe in Anspruch nehmen will, findet hier die Telefonnummern: 

Bad Homburger Hospiz-Dienst e.V. (für Bad Homburg u. Usinger Land) 
Telelfon: 06172 - 86 86 868

Ambulanter Hospizdienst St. Barbara (Oberursel)
Telefon: 06172 - 597 60-155

Hospizdienst Friedrichsdorf e.V. 
Telefon: 06172 - 28 500 44 

BETESDA – Ambulanter Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst (Kronberg)
Telefon: 06173 - 92 63 26

Amb. Hospizdienst und palliative Beratung Hospizgem. Arche Noah e.V. (Königstein)
Telefon:  06174 - 639 66 92

Palliativ- und Hospiznetzwerk (Bad Homburg)
Telefon: 06172 59766 0

Im Dekanat Hochtaunus hilft Kerstin Heinrich, Pfarrerin für Hospizseelsorge gerne mit Informationen weiter (kerstin.heinrich2@ekhn.de).